Warten auf die Zeit

Wenn ich jeweils an der Bahnstation auf den Zug warte, fällt mir jedes Mal die grosse Uhr auf. Diese Uhr dominiert das Warten auf dem Perron. Der Zeiger schleppt sich von Strich zu Strich. Die Personen schauen ins Nichts oder ins Natel. Alle warten. Auf den Zug. Der Zug ist die Verbindung vom Sein zum Wollen. Denn warum würde ich sonst am Bahnhof auf einen Zug warten, wenn ich nicht an einen anderen Ort hin wollte. Somit ist der Bahnhof ein Bild für Wünsche, Sehnsüchte, Bedürfnisse, die noch in der Zukunft liegen. Mani Matter beschrieb in seinem Lied von den Bahnhöfen „u si tüe warte“. Worauf, wozu? Es scheint mir manchmal, dass sich die Welt doch sehr verändert hat seit Matter‘ s Lied, die Möglichkeiten sind exponentiell gewachsen, aber der Mensch wartet immer noch. Das Warten, trennt die Gegenwart von der Zukunft, gleichzeitig verbindet das Warten auch. Mich mit mir, mit meinem Innersten. Wenn ich das aushalten kann, ist das Warten eine Selbstzeit. Ich mit mir. Leider versuche ich viel zu oft dieses Warten mit Ablenkung zu stopfen, um nicht im Leeren zu sein. In der Nicht- Zeit auf Standby.

Diese Woche versuche ich das Warten nicht im Sinne von getrennt sein von der Erfüllung meiner Absicht, sondern als für mich wertvolle Leerzeit zu betrachten.

Was löst das Warten bei dir aus?

Kreativität braucht Feedback

Ich habe schon mehrere Texte und Filmchen zu Design Thinking genossen und oft gedacht, dass dies doch eigentlich ein ganz natürliches Vorgehen beschreibt, wie Neues in die Welt kommt. Erwachsene versuchen damit (Kunden-) Probleme zu lösen, Kinder nutzen dies im freien Spiel.

Ich bin der Überzeugung dass wir Design Thinking im Blut haben! Und zwar von Geburt an. (Zitat aus Publishing-Blog)

Folgende Situation scheint mir dies zu bestätigen. Letzthin zeigte mir unser Sohn ein Lego- Gebilde. Ich fragte ihn, wie er das gebaut habe. Seine Antwort war. „Ich mache es wie du, wenn du einen Text schreibst. Du hast gesagt, dass du einfach mit einem Text beginnst und sich dann die Gedanken von selber ordnen. Also: Ich wollte etwas bauen. Ich hab dann einfach angefangen, dann ist die Landschaft nach und nach entstanden.

Gell, wenn man nicht anfängt, entsteht auch nichts.

Er sagte weiter, dass er sein Gebilde seinem Bruder zeige und der ihm sage es sei toll. Manchmal sage er auch, was er anders machen könnte & liefere weitere Ideen zum weiterbauen. Kreativität & Feedback- Schlaufen sind wohl wirklich in uns drin.

Vielleicht setzt du sie heute bewusst ein. Oder du fängt einfach mal an, das umzusetzen, was du immer schon tun wolltest.