Frauen in MINT! Männer in BBB?

Es ist erstaunlich wie viel Post (papierig und elektronisch) ich als Schulleiterin bekomme, die betont, wie wichtig, dass es ist, dass Mädchen sich mit MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) beschäftigen und dass zu wenige Frauen in diesem Bereich arbeiten. Dies finde ich grundsätzlich unterstützendwert. Mädchen haben genau so gute Möglichkeiten in MINT hohe Leistungen zu erbringen, wenn ihnen entsprechend ein Zugang zu den Themen aufgezeigt wird und sie spüren, dass ihnen dies zugetraut wird. Wir machen im Unterricht entsprechende Erfahrungen.

Was mir aber aufgefallen ist, dass oftmals mit dem Fachkräfte-Mangel argumentiert wird, dass Frauen in MINT geschult werden sollen. Würde dies weniger „gepusht“, wenn es genügend (männliche) Fachkräfte gäbe?

Gleichzeitig gibt es auch einen Fachkräfte-Mangel in BBB (Begleitung, Betreuung, Bildung). Im Kanton Bern spitzt sich der Lehrpersonen-Mangel diesen Sommer nochmals zu. Die Schulen haben die grösste Mühe die Stellen mit ausgebildeten Personen zu besetzen. Auf der Primarstufe einen Lehrer (also einen Mann) zu finden, ist recht utopisch. Auch in anderen BBB Berufen  gilt dasselbe, z.B. für die Begleitung von Alten, Behinderten und Kranken oder die Betreuung von kleinen Kindern.

Leider habe ich noch nie eine Mail bekommen, dass die Buben in den sozialen und betreuenden Themen speziell geschult werden sollen, da es in der Gesellschaft einen Fachkräfte-Mangel und eine massive Untervertretung von Männern in sozialen Berufen gebe.

Es kann nicht sein, dass Mädchen und Buben in der Schule einseitig unterrichtet werden. Es braucht MINT und BBB, oder wie Döbeli-Honegger dies schreibt (2016, S.46), dass die digitalen Kompetenzen (Medien-, Informatik und Anwendungskompetenzen) und die Allgemeinen Kompetenzen wichtig werden. Bei den Allgemeinden Kompetenzen soll der Fokus auf die nichtautomatisierbaren Kompetenzen gelegt werden: Team- & Sozialkompetenz, Kreativität und Kommunikationskompetenz.

Buben und Mädchen sollen eine Breite an Möglichkeiten erleben und erproben können, um herauszufinden, was ihnen liegt. Denn niemand weiss, was in 10-15 Jahren für Kompetenzen gefragt sein werden.

Quelle: Döbeli Honegger, B. (2016). Mehr als 0 und 1. Schule in einer digitalisierten Welt. Bern: Hep Verlag.

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