Emotional überlastet

Heute Morgen habe ich grundlos angefangen zu weinen. Ich fühlte mich einfach so müde und kraftlos. Meine Beine sind wie Pudding, mein Kopf schmerzt und es ist mir schwindelig. Nein ich habe das Virus (noch) nicht.

Irgendwie war es komisch so auf dem Sofa zu sitzen und die Tränen kullerten mir über die Wangen. Zuerst wollte ich mir nichts anmerken lassen. Die Tränen zurückhalten. Dann dachte ich: „Warum willst du nicht zeigen, dass es einfach zu viel ist?“ Und ich liess den Tränen freien Lauf. Es geht mir jetzt nicht besser, aber ich habe gemerkt, dass ich nun wirklich eine Pause brauche, das Wochenende brauche, um zu schlafen und mich von all den digitalen Geräten und damit von all den Informationen zu distanzieren.

Wie kann ich all die neuen und teilweise sich widersprechenden Informationen verarbeiten?

Eigentlich unlogisch, weil die digitalen Geräte ja zur Zeit der einzige Zugang zu sozialer Interaktion sind. Und es sind ja v.a. die anderen Menschen, die fehlen. Und natürlich für mich als sehr strukturierter Person, die Struktur und Verlässlichkeiten des Alltags. Der regelmässige Wochen-Rhythmus ist dahin.

Wie organisieren wir uns als Familie, wenn alle Zuhause sind?

In meinem Innern ist gerade ganz viel Unsicherheit. Bis heute habe ich funktioniert. Das Funktionieren ist auch Thema in meiner Masterarbeit zum Berufseinstieg von Schulleitungen, welche ich aktuell schreibe. Eine Schulleiterin sagte mir im Rückblick auf ihre ersten drei Monate im Amt:

„Ich habe einfach irgendwie funktioniert und bin glaub einfach geschwommen und habe versucht meinen Kopf über Wasser zu halten und hatte von Nichts eine Ahnung. [ja] Einfach irgendwie gemacht und getan und geschaut, dass das irgendwie funktioniert“ (Fall1_3, Z. 630ff).

Genauso fühlte es sich auch in der letzten Woche an. Ich habe versucht für die Schule, die Lehrpersonen und die Familie da zu sein, probiert positiv zu denken. Es hat ja auch gute Seiten, diese Krise. Wir stehen zusammen. Wir entdecken Neues, gerade online und helfen einander.

Aber doch musste ich mir heute Morgen eingestehen. Ich bin emotional überlastet. Meine Seele kommt mit all den Veränderungen und neuen Anforderungen nicht mit.

Ich brauche halt einfach etwas Zeit.

 

 

Ich habe diesen Beitrag gefunden. Die Acht Warnzeichen halfen mir zu erkennen, dass es nun eine Pause braucht.