Kreativität braucht Feedback

Ich habe schon mehrere Texte und Filmchen zu Design Thinking genossen und oft gedacht, dass dies doch eigentlich ein ganz natürliches Vorgehen beschreibt, wie Neues in die Welt kommt. Erwachsene versuchen damit (Kunden-) Probleme zu lösen, Kinder nutzen dies im freien Spiel.

Ich bin der Überzeugung dass wir Design Thinking im Blut haben! Und zwar von Geburt an. (Zitat aus Publishing-Blog)

Folgende Situation scheint mir dies zu bestätigen. Letzthin zeigte mir unser Sohn ein Lego- Gebilde. Ich fragte ihn, wie er das gebaut habe. Seine Antwort war. „Ich mache es wie du, wenn du einen Text schreibst. Du hast gesagt, dass du einfach mit einem Text beginnst und sich dann die Gedanken von selber ordnen. Also: Ich wollte etwas bauen. Ich hab dann einfach angefangen, dann ist die Landschaft nach und nach entstanden.

Gell, wenn man nicht anfängt, entsteht auch nichts.

Er sagte weiter, dass er sein Gebilde seinem Bruder zeige und der ihm sage es sei toll. Manchmal sage er auch, was er anders machen könnte & liefere weitere Ideen zum weiterbauen. Kreativität & Feedback- Schlaufen sind wohl wirklich in uns drin.

Vielleicht setzt du sie heute bewusst ein. Oder du fängt einfach mal an, das umzusetzen, was du immer schon tun wolltest.

Zahlen sind Codes

Unsere natürlichen Zahlen sind Codes. Eine Zahl alleine sagt nichts aus.
Codes sind Stellvertreter der Realität auf die wir uns zur einheitlichen Verständigung geeinigt haben. Kinder müssen die Codierung lernen & durch Vorstellungskraft mit dem jeweiligen Sinn füllen, was eine erhebliche Denkleistung verlangt.

Zahlen Codes stehen für einen Wert (Geld, Distanz, …) oder eine Abfolge (Reihenfolge, Ordnung, …). Kinder beobachten & messen zuerst die realen Gegebenheiten, dann lernen sie die Realität zu abstrahieren, bevor sie mit nackten Zahlen rechnen können.

Das braucht Zeit & vielfältige reale Erfahrungsmöglichkeiten, nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag z.B. bezahlen beim einkaufen, sein Zimmer vermessen usw.. Es geht darum ein Gefühl für Wert & Abfolge zu entwickeln, um spätere Rechnungs-Resultate durch schätzen überprüfen zu können.

Das Geheimnis des Lernens

Kannst du pfeifen? Wer hat dir das beigebracht?

Unser 8-Jähriger hat in den Sommerferien pfeifen gelernt. Zuerst war es mehr ein Luft- Prusten, dann langsam eine Ahnung von Tönen. Er hat geübt, stundenlang & jeden kleinsten Fortschritt präsentiert. Wir haben ihn für sein Durchhaltevermögen gelobt, helfen konnten wir ihm nicht.
Sein jüngerer Bruder hat schon vor zwei Jahren pfeifen gelernt, damals hat der Ältere es auch versucht, aber bald aufgegeben. Warum er genau jetzt einen neuen Versuch startete, weiss ich nicht.
Spannend daran finde ich:
– dass der Eine mit vier, der Andere mit acht Jahren pfeifen gelernt hat.
– dass beide von sich aus pfeifen lernen wollten & Ausdauer beim Üben zeigten.
– dass wir Erwachsenen ihnen nicht helfen konnten, ausser Wertschätzung & Aufmerksamkeit zu schenken.

Unnützes Können

Pfeifen lernen fällt wohl in die Kategorie von unnützem Können. Muss lernen nützlich sein? Darf lernen einfach Spass machen?
Wenn ich meinem Sohn am Strand zuschaute, dann rannte er herum, schlug ein Rad & liess sich mit einer Neymar- Schwalbe in den Sand fallen. Während er in den Himmel blinzelte, pfiff er seine Melodie. Dabei war er zufrieden mit sich & stolz etwas Neues entdeckt zu haben, das ihm einfach Spass macht.

Was macht dir einfach Spass?