Talentdialog

Viel wichtiger als ritualisierte Mitarbeitergespräche ist ein kontinuierlicher Dialog auf Augenhöhe in einer konstruktiven Atmosphäre.

Aus dem Blogbeitrag von Förster & Kreuz und Führen mit Optionen habe ich für dieses Schuljahr den Talentdialog bei uns eingeführt. Das ist an sich keine grosse Sache, wenn die Haltung dahinter stimmt, sprich ein echtes und ehrliches Interesse am Dialog besteht.

Ich habe jedes Jahr versucht den Mitarbeiter-Gesprächen (MAG) einen neuen Touch zu verpassen und habe mich damit schwer getan, dass die Gespräch so förmlich verlaufen, wo ich doch sonst ganz viele witzige, spontane und auch tiefe und ehrliche Gespräche mit den Lehrpersonen führe, die nicht als offizielle MAGs gelten. Daher kam mir die Idee mit dem Talentdialog wie gerufen.

Ich habe also Anfang Schuljahr allen Lehrpersonen gesagt, dass ich gerne irgendwann in diesem Schuljahr einen Talentdialog mit ihnen machen möchte. Wir haben aktuell das Jahres-Thema: Was ist dir lieber? Und aus diesem Grund habe ich mir überlegt, dass Sie als Mitarbeitende auswählen dürfen, wann und wo sie das Gespräch machen möchten, also z.B. während einem Spaziergang, in einem Restaurant, zu Hause, in der Schule, am Telefon …. Ich bin offen für ihre Vorschläge. Wir besprechen nur die fünf Fragen aus dem Blogbeitrag von Förster & Kreuz :

1. Zurückblickend auf die vergangene Periode: Was war mein individueller Beitrag und was habe ich möglicherweise darüber hinaus beigetragen?

2. Was war schwierig? Womit habe ich mich schwergetan?

3. Wie präsent war ich und was hat das bewirkt (für mich selbst und für die Leute, mit denen ich zusammenarbeite)?

4. Gibt es etwas, das ich aus diesem Zeitraum für mich mitnehme und auf das ich stärker in Zukunft fokussieren möchte?

5. Was sind unsere Prioritäten für die nächste Periode?

Zudem möchte ich wissen, wie es der Lehrperson geht (privat & in der Schule) und sie wählt aus einem Kompetenzfächer eine Karte als Priorität aus.

Ich habe nun erste Erfahrungen damit gesammelt, war schon mehrmals Spazieren (was sich sehr bewährt, nicht nur weil ich das Gebiet um die Schule viel besser kenne), in einem gemütlichen Kaffee und auch im Büro. Ich habe das Gefühl, dass die Lehrpersonen die Wahl-Möglichkeit schätzen und sich teilweise sogar auf das Gespräch freuen, was mich wiederum am meisten freut. Für mich ist es spannend einem offiziellen Gespräch (das ich vom Kanton her machen muss) einen lockeren Rahmen geben zu können und wirklich in den Dialog eintreten zu können. Dabei entdecke ich immer wieder neue Talente und lasse mich von neuen Ideen inspirieren!

Fragen zum Nachdenken:

  • Wäre dies auch was für dich?
  • Was wäre für dich der Unterschied?

Der Zeitkrug

Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen nationalen Schule von der Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa 15 Chefs grosser nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten.

Dieser Kurs war einer von fünf Stationen ihres eintägigen Lehrgangs. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln. Zuerst betrachtete der Professor in aller Ruhe einen nach dem anderen dieser Elitegruppe – sie waren bereit, alles, was der Fachmann ihnen beibringen wollte, gewissenhaft zu notieren -, danach verkündete er: „Wir werden ein kleines Experiment durchführen.“ Der Professor zog einen riesigen Glaskrug unter seinem Pult hervor, welches ihn von seinen Schülern trennte und stellte den Krug vorsichtig vor sich hin. Dann holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine hervor,  ungefähr so gross wie Tennisbälle und legte sie sorgfältig, einen nach dem anderen, in den grossen Krug. Als der Krug bis an den Rand voll war und darin kein weiterer Kieselstein mehr  Platz hatte, blickte er langsam auf und fragte seine Schüler: „Ist der Krug voll?“ Und alle antworteten: „Ja“.

Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte seine Schüler: „Wirklich?“ Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit Kies gefüllten Becher hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die grossen Kieselsteine und rüttelte  dann leicht den Topf. Der Kies  verteilte sich zwischen den grossen Kieselsteinen bis auf den Boden des Krugs. Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: „Ist dieser Krug voll?“ Dieses Mal begannen seine schlauen Schüler seine Darbietung zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: „Wahrscheinlich nicht!“ „Gut!“ antwortete der Professor.

Er verschwand wieder unter seinem Pult und diesmal holte er einen Eimer Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den grossen Kieselsteinen und dem Kies auf. Wieder fragte er: „Ist dieses Gefäss voll?“ Diesmal antworteten seine schlauen Schüler ohne zu zögern im Chor: „Nein!“ „Gut“, antwortete der Professor.

Und als hätten seine Schüler nur darauf gewartet, nahm er die Wasserkanne, die unter seinem Pult stand und füllte den Krug bis an den Rand. Dann blickte er auf und fragte seine Schüler: „Was können wir Wichtiges aus diesem Experiment lernen?“ Der Kühnste unter seinen Schülern dachte an das Thema der Vorlesung und antwortete: „Daraus lernen wir, dass – selbst wenn wir denken, dass unser Zeitplan schon bis an den Rand voll ist – wir, wenn wir es nur wirklich wollen, immer noch einen Termin oder andere Dinge, die zu erledigen sind, einschieben können.“ „Nein“, antwortete der Professor, „darum geht es nicht. Was wir wirklich aus diesem Experiment lernen können ist folgendes: Wenn ihr die grossen Kieselsteine nicht als erstes in den Krug legt, werden sie später nicht alle hineinpassen.“

Es folgte ein Moment des Schweigens. Jedem wurde bewusst, wie sehr der Professor Recht hatte. Dann fragte er: „Was sind in eurem Leben die grossen Kieselsteine?“ Eure Gesundheit? Eure Familie? Eure Freunde? Die Realisierung eurer Träume? Das zu tun, was euch Spass macht? Dazuzulernen? Eine Sache zu verteidigen? Entspannung? Sich Zeit nehmen…? Oder etwas ganz anderes? Wirklich wichtig ist, dass wir die grossen Kieselsteine in unserem  Leben an die erste Stelle setzen! Wenn nicht, läuft man Gefahr, es nicht zu meistern… sein Leben. Wenn man zuallererst auf Kleinigkeiten achtet – der Kies, der Sand – verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug Zeit für die wichtigen Dinge in seinem Leben. Deshalb denkt daran, euch selbst die Frage zu stellen: „Was sind die grossen Kieselsteine in meinem Leben? Dann legt diese zuerst in euren Krug des Lebens!“

Mit einem freundlichen Wink verabschiedete sich der alte Professor von seinem Publikum und verliess langsam den Saal…

Hinweis zur Quelle: Die Geschichte habe ich leider ohne Angabe eines Autors in den Tiefen meines Computers bei der Recherche für den Zeit-Beitrag gefunden. Wenn jemand die Quelle kennt, dann schreibt mir doch eine Nachricht.